Pflegen in Schweden

Schülerinnen der ALB FILS KLINIKEN waren auf Schüleraustausch

Anjouli Probst und Selina Hafner sind immer noch begeistert. Im März und April waren die beiden Schülerinnen der Schule für Pflegeberufe der ALB FILS KLINIKEN im Rahmen eines Schüleraustausches in Schweden. „Drei Wochen lang durften wir in Bollnäs, das liegt rund drei Stunden nördlich von Stockholm, die schwedische Krankenpflege kennen lernen. Das war eine tolle Erfahrung“, sagen die beiden Schülerinnen. Die erste Woche verbrachten sie im örtlichen Krankenhaus in der Chirurgie und im OP, in der zweiten Woche ging es in ein Altersheim. Die dritte Woche war dann bunt gemischt. „Wir waren im dortigen Health Care Center, das entspricht etwa der hiesigen Hausarztversorgung, außerdem konnten wir in die Dialyse, die Ergotherapie und den schwedischen Ambulanten Dienst hineinschnuppern“, erinnert sich Anjouli Probst, die im dritten Jahr ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ist.

In Schweden ist die Pflege kein Ausbildungsberuf, sondern ein Studium. „Das dauert drei Jahre, also so lange wie hier die Ausbildung“, sagt Selina Hafner. Sie ist im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. „Allerdings dürfen die Pflegekräfte in Schweden nach ihrem Abschluss wesentlich mehr tun, haben mehr Verantwortung.“ Klassische Pflegetätigkeiten wie Essen geben oder Waschen der Patienten werden dort komplett von Pflegehelfern übernommen.

Positiv aufgefallen ist den beiden auch der kollegiale Umgang zwischen den Berufsgruppen. „Hierarchien sind in Schweden viel weniger ausgeprägt. So gibt es etwa in der Klinik täglich ein gemeinsames Frühstück, bei dem alle zusammensitzen, Ärzte, Pfleger und Verwaltungsmitarbeiter“, erzählt Selina Hafner. Auch der Personalschlüssel ist besser als in Deutschland. „Im Krankenhaus in Bollnäs betreut eine Schwester im Schnitt sechs Patienten, hier bei uns sind es doppelt so viele“, sagt Anjouli Probst. Die Attraktivität des Berufs wird dadurch allerdings nicht gesteigert: Auch in Schweden gibt es einen ausgeprägten Fachkräftemangel.

Auch wenn es sich manchmal mit der Sprache etwas schwierig gestaltete („Die Schweden sprechen nicht so gerne Englisch“) und die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung sehr eingeschränkt waren („Bollnäs war in den drei Wochen unseres Aufenthalts tief verschneit“), möchten die beiden in Göppingen und Geislingen lebenden Pflegeschülerinnen die in Schweden gemachten Erfahrungen nicht missen: „Die Zeit ging leider viel zu schnell vorbei, doch wir sind sehr dankbar, dass wir die Gelegenheit für diesen lehrreichen Austausch hatten.“

Der Schüleraustausch zwischen den ALB FILS KLINIKEN und den Gesundheitseinrichtungen im mittelschwedischen Bollnäs gibt es schon seit 2011. „Jährlich zwei bis vier Schülerinnen und Schüler können daran teilnehmen, sie müssen sich dafür bei uns bewerben“, erklärt Günter Bühlmaier von der Stabstelle der Pflegedirektion der ALB FILS KLINIKEN. Er koordiniert den Schüleraustausch und beantragt die entsprechenden Fördergelder, denn finanziell getragen wird der Austausch vom Erasmus-Programm der Europäischen Union. „Für die Schülerinnen und Schüler ist es die Möglichkeit, Einblicke in ein anderes Gesundheitssystem zu erhalten und somit interkulturelle Kompetenzen zu erwerben“, betont Günter Bühlmaier. Vorteile für beide Seiten sieht auch der kaufmännische Geschäftsführer der ALB FILS KLINIKEN, Wolfgang Schmid: „Zum einen steigert es die Attraktivität unserer Bildungseinrichtung und den Sachverstand unserer späteren Mitarbeiter, zum anderen ist es für die daran teilnehmenden Schülerinnen und Schüler quasi ein Bonuspunkt in ihrer Ausbildung und eine unschätzbare Erfahrung.“

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